Archiv für April 2007

Ostzonensuppenwürfelmachenclubs

‚Das war in der DDR gar nicht so leicht‘. Via Crisco Connection.

Kennt jemand die beiden?

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Za waszą i naszą wolność

Wenn man bei Google nach polen ehrenmal friedrichshain sucht (vorbeigejoggt), ist der erste Treffer eine Seite mit Berliner Skate-Spots. Später stößt man dann doch auf einen englischen wiki-Beitrag, auf Tischreden der Präsidenten Köhler und Bush, einen Artikel über die polnischen Truppen im Irak auf kommunisten-online.de, über den ich jetzt nichts weiter schreiben will, und auf einen aus der taz vom letzten Jahr darüber, dass Berlin eine „neue Denkmaldebatte“ bekomme. Also.

Das Ehrenmal, um das es geht, heißt ‚Denkmal des polnischen Soldaten und deutschen Antifaschisten‘ und liegt am Nordrand des Volksparks Friedrichshain, kurz vor der Tanke am Hang. Der Hang war übrigens mal ein Bunker, zumindest in dem Sinne, wie manche Gebrauchsgegenstände mal Dosen waren, aber das ist eine andere Geschichte. Auf polnisch heißt das Ehrenmal Pomnik żołnierza polskiego i niemieckiego antyfaszysty.

Gebaut wurde es 1972 von einem deutsch-polnischen Künsterkollektiv, im Zuge der damals in der Zone üblichen „Besetzung des öffentlichen Raumes mit Ideologieträgern“ (leider nicht von mir), im Rahmen dessen also, was man in den moralisch integren Ländern links der Mauer Erinnerungsarbeit, Vergangenheitsbewältigung, Aufarbeitung usw. nennt. Der Knaller des Ensembles (Dia-Show) ist ein riesiger Betonpfeiler, der aussieht, wie… ja, Scheiße, keine Ahnung.

Köhler. Auf die Tischreden von Köhler und Bush kommt man, wenn man nach ‚Für eure und unsere Freiheit‘ sucht. Das steht auf dem Biild ganz oben, hinter dem Jogger. Der Spruch stammt aus dem neunzehnten Jahrhundert, als sich im Vormärz Polinnen und Polen in den Freiheitsbewegungen anderer Länder engagierten. Die Tatsache, dass er von den Kommunisten benutzt wurde, scheint ihm nicht geschadet zu haben. George Bush zitiert ihn, wenn er Polen für den NATO-Beitritt dankt, Köhler… haha, geil, also Köhler sagt, er freue sich

dass die Veranstaltungen des „deutsch-polnischen Jahres“ sowohl in Polen wie in Deutschland auf so viel Interesse der Menschen stoßen. Letzte Woche, bei einer Ausstellungseröffnung im Museum Europäischer Kulturen in Berlin, wurde die große Eingangshalle des Museums plötzlich viel zu klein für die große Menge der Besucher. Die Ausstellung heißt übrigens „Polenbegeisterung“ und erinnert an einen guten Abschnitt unserer gemeinsamen Geschichte, als Deutsche und Polen im 19. Jahrhundert „für Eure und unsere Freiheit“ stritten.

In dem taz-Artikel schließlich geht es darum, dass ein polnischer Rechtsextremist irgendwann letztes Jahr forderte, Berlin solle ein „Zentrum des polnischen Martyriums“ bauen, als Antwort auf das ‚Vertriebenen‘-Zentrum, klar, veilleicht auch als Konkurrenz zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Außer dem friedrichshainer Ehrenmal gäbe es bisher jedenfalls nichts in der Richtung. Bei dem polnischen Rechtsextremisten handelte es sich nicht um irgendwen, sondern um Marek Kotlinowski, seines Zeichens Vizepräsident des polnischen Parlaments (jedenfalls 2006), und Mitglied der Liga polnischer Familien. Die Liga beruft sich auf die Tradition Roman Dmowskis, der in der Zwischenkriegszeit, wie es in selten erreichter Reihung bei wiki heißt, eine „Mischung aus antisemitischen, antideutschen und klerikalen Ideen“ propagierte. Alter!

In Deutschland/Berlin reagierte man auf Kotlinowski mit dem, was man besonders gut kann: Umarmen/Totdrücken. Der CDU-Politiker Ruprecht Polenz begrüßte den Vorschlag eiskalt, fände es aber netter, wenn Berlin ein deutsch-polnisches Museum bauen würde, in dem „den Deutschen die polnische Geschichte in ihrer ganzen Breite nähergebracht“ (Polenz) und „die deutsch-polnische Geschichte nach dem Vorbild des Jüdischen Museums wesentlich umfassender gezeigt“ würde (taz). „Solch ein Museum könnte außer dem Leid auch herrliche Augenblicke in der polnischen Geschichte zeigen. Das wäre sicherlich eine gute Sache.“ (Polenz) Von dem Museumsprojekt und Kotlinowskis Vorschlag hab ich seit dem nichts mehr gehört, aber das will nichts heißen.

G9 gegründet!

Zuerst die schlechte Nachricht. Der irische Bänkelsänger Bono Vox wurde von Angela Merkel in den Kreis der sieben größten Industrienationen aufgenommen (G7, mit Putin G8), die sich jetzt G7 feat. Vladim and Bono nennen (G9). Der Hauptsitz bleibt Davos. Als Zeichen guten Willens hat sich die „lupenreine Dummbratze“ von ihrer Band U2 getrennt, die sich daraufhin auflöste. Die Internationale Atomenergiebehörde begrüßte den Schritt.

Bono g9

Bono wegbassen jetzt.

Sie haben Knut!

Die zoophilen Sodomiten von der Hedonistischen Internationalen haben Knut den Eisbären entführt, meldete bereits letzten Freitag der Szeneblog Crisco Connection. Gefordert wird „mehr Bass, weniger Polizei und ein dreizehntes Monatsgehalt für die Arbeiter der Schiffsabwrackungsindustrie in Bangladesch.“

Ob ein Zusammenhang besteht zu den offensichtlich gefälschten Morddrohungen, die Knut der Bildzeitung zufolge gestern per Fax erhielt („KNUT IST TOT! DONNERSTAG MITTAG.“), ist bis zum jetzigen Zeitpunkt ungewiss. Bono schließt nicht aus, dass es sich um eine Aktion von Trittbrettfahrern handelt, eventuell aus dem islamistischen Milieu. Aber was weiß schon Bono.

Apropos Donnerstag Mittag. Diensdach Middach hat einen kleinen Bruder bekommmen, der Hotzenplotz heißt. Ja, myspace. Ferdich. Weiterraven.

G8 wegbassen, anyone?

Die Hedonistische Internationale läd zur Beachparty. Derrière la clôture, la plage. Bass the pain away. Rave against the machine.

What can I say. So isse halt, die Hitschlampe.

Und ja, RV und RH kommen auch. Tbc.

Internationalen aller Länder hedonisiert euch

Noch ne Internationale. Dieses Mal aber eine, deren Wirken garantiert nicht den Interessen einer einzigen Großmacht untergeordnet ist. Eine ohne Funktionäre und Mitgliedsausweise. Dafür ist sie auch schön schwach, hat kein Geld und trägt die Farben Rosa, Silber und Weiß. Außerdem sieht sie geil aus.

Hier das Bekennerschreiben, das letztens reinkam:

Die Hedonistische Internationale formiert sich

Es kam unvorhergesehen. Es kam plötzlich. Und es war überfällig.
Die Hedonistische Internationale ist geboren.

Hedonismus ist das Streben nach Freude, Lust und Genuss. Er verbindet alle Menschen auf dieser Erde. Im Gegensatz zu allen anderen sieht die Hedonistische Internationale den Hedonismus nicht als Motor einer dumpfen, materialistischen Spaßgesellschaft, sondern als Chance zur Überwindung des Bestehenden.

Stündlich gründen sich neue Sektionen, ideell und auch real. Auch du kannst Teil der Hedonistischen Internationale sein, die eine Idee ist – und keine Organisation.

Was die Hedonistische Internationale will, steht im >> Manifest.

Und hier ein Video, das uns zugespielt wurde:

Ja ja, krass MTV. Trotzdem gut.

Die Kirche im Dorf

Wie war das mit den Sympathisanten jetzt. Die waren moralisch entrüstet über das Unrecht in der Welt und deshalb hatten sie Verständnis für den ‚bewaffneten Kampf‘, empfanden sogar eine gewisse Genugtuung, wenn die Zeitung meldete, dass wieder eine Charaktermaske umgeballert wurde. Klammheiliche Freude, das klingt nach wohligem Schauer, nach endlich ist die blöde Drecksau tot.

Aber war’s überhaupt so? Dachten alle im Sympathisantensumpf so schnulzig? Nein, wird man einwenden können, es gab auch noch die, die mit Gewalt an sich kein Problem hatten, aber der RAF und anderen vorhielten, sie stärkten mit ihrer größenwahnsinnigen Kinderkacke nur die Reaktion. Richtige Revolutionäre also. Das waren dann allerdings keine Sympathisanten mehr.

Also doch die Moral. Aber war die Sache wirklich so peinlich? Kann es nicht sein, dass ein paar Leute ganz einfach mit anderen Dingen beschäftigt waren, mit Folterknechten in Südamerika, Massensterben in Afrika oder meinetwegen mit der Arbeit in ihrer Stadtteilgruppe und damit, gegen den Bau von Atomkraftwerken zu agitieren; so beschäftigt, dass sie die Morde an Buback und den anderen Großen und Kleinen, an den Polizisten und Fahrern, einfach nicht sonderlich interessierten, weil die Größe der Schweinerei in keiner Relation stand, zu den Dingen, mit denen sie sich sonst so auseinandersetzten?


Kommt sowas von sowas? Meinhof über Ohnesorg auf youtube.

Kann es sein, dass es Leute gab, die nicht sagten ’sowas kommt von sowas‘ und rumheulten, die anderen hätten angefangen, wie das heute die rar gewordenen RAF-Versteher wie Peymann behaupten? Gab es vielleicht auch ein paar, die sagten ‚guck mal, das da ist viel krasser als das da‘, die unterschieden zwischen wichtigen und weniger wichtigen Dingen, Prioritäten setzten, ohne dabei das eine durch das andere rechtfertigen, erklären oder gar logisch ableiten zu wollen und vor allem ohne sich deshalb gleich am Tod von Buback und den anderen Großen irgendwie aufgeilen zu müssen? Wär cool.