Archiv für September 2008

Ach du Scheiße

Heute Abend um 20.15 zeigt ProSieben ein Remake der Fünfzigerjahre-Flakhelfer-Schmonzette ‚Die Brücke‘ von Bernhard Wicki mit Franka Potente in der Rolle der festen Freundin von einem der Kanonenfutterknaben. (‚Die Amis dürfen nicht über diese Brücke kommen!!‘) Vielleicht spielt sie auch die Mutter, das wird aus dem Trailer nicht ganz ersichtlich.

Im Original von 1959 wurde die jetzt von Potente verkörperte Rolle der um die Gesundheit der Hitlerjungen bangenden Mahnerin (‚Ich will nicht, dass ihr hier verreckt!‘) von Günter Pfitzmann gespielt, einem sympathischen Landser mit Fronterfahrung (ab min 2:00).

Immerhin ist die Tagline die gleiche geblieben. ‚Dieser Krieg kennt keine Helden. Dieser Krieg kennt nur Opfer.‘

RZB

Wer nicht Jude oder Emigrant war

Wer nicht Jude oder Emigrant war (aber auch dann: wehe, wenn er in Spanien gegen Franco mitgekämpft hat!), gilt hierzulande nur als honett, wenn er – sei es in dieser oder jener Form – Mitläufer der NSDAP war oder sich (als angeblich ‚innerer Emigrant’) resignierend mit Adolf Hitlers Regime abgefunden hatte, mindestens bis die totale Niederlage seit Stalingrad und seit der Landung der Westalliierten im Westen für jeden, der noch einen kleinen Rest von Denkfähigkeit besaß, deutlich erkennbar geworden war.

Wolfgang Abendroth, Haben wir ‚Alten‘ noch etwas zu sagen? Sind wir ‚zornig‘? in: Axel Eggebrecht (Hg.), Die zornigen alten Männer. Gedanken über Deutschland seit 1945, Reinbek 1979, S. 149 f.

Ziggy Kinder – Flipflop Crash

Oliver Kalkofe kandidiert für die CSU

Und zwar als ‚Barbara Titzsch', geboren am 7. Juli 1957 in Nürnberg. Stimmkreis 502 Nürnberg-Ost. ‚Verlässliche Sozialpolitik für Mittelfranken.‘ Wir drücken die Daumen.

Update 29.9.2008: Dank Kalkofes Engagement brach die CSU im Osten Nürnbergs mit nur 11,8% Verlusten etwas weniger stark ein als im Landesdurchschnitt. Den besorgniserregenden Sprung der SED-Nachfolgepartei von Null auf 6,2% der abgegebenen Stimmen konnte er nicht verhindern.

Romy Anticapitalista

Es soll ein schlechter Film sein, ‚La Califfa‘ von 1970, aber die Anfangsszene mit Morricone-Beerdigungsprozession und Moped-Demo rockt.

‚L‘assassinat de Trotsky‘, in dem Romy Schneider ein Jahr später auch mitgespielt hat, heißt auf deutsch übrigens ‚Das Mädchen und der Mörder‘.

Ghostly swim

Spitzenmixtape mit Dabrye zum Beispiel.

‚Der Untergang 2′ kommt auch in die Kinos

‚Wenn der Russe nur im Geringsten das mit uns macht, was wir mit denen gemacht haben, lebt in Bälde kein Deutscher mehr‘, sagt Eva Löbau im Vorspann.

Und erinnert dabei ein bißchen an Philip Roth, von dem ich irgendwie mal irgendwann gelesen habe, dass die Alliierten, wenn es im Zweiten Weltkrieg wirklich um Moral gegangen wäre, auch noch zwanzig Jahre hätten weiterbomben können.

Interessant ist

Interessant ist, dass die RAF Speed genommen und die ganze Zeit Kaffee getrunken hat, während die Bewegung 2. Juni eher immer gekifft hat.

Christopher Roth im Taz-Interview, 15.2.2002.

Mickey Mouse must die, says Saudi cleric…

…sagte der Daily Telegraph schon vorgestern und heute bringt auch Bild die Nachricht: „Islamist will Micky Maus tot sehen. Angriff auf Micky Maus! ‚Diese Maus wird von Satan gesteuert, sie ist einer von seinen Soldaten‘, behauptet der Saudi-Kleriker Scheich Muhammad al-Munajid in einem Interview mit dem arabischen TV-Sender ‚Al-Majd‘.“

Nicht, dass ich Muhammad al-Dingens nicht zutraue, dass er das wirklich gesagt hat aber so ganz überzeugt bin ich nicht. In dem Video jedenfalls spricht er – laut Untertitel! – die ganze Zeit über ‚unreine Mäuse‘ und sowas und warum der Koran sie scheiße findet (Seuchengefahrabwehrgedöns von früher).

Erst ganz am Ende sagt er dann, Mickey und Tom & Jerry hätten die Jugend verdorben, weil diese ihretwegen in Mäusen süße kleine Dutzidutzis erblickte (‚wonderful and loved by children‘) anstatt eklige Dreckschläudern, wie es Natur, Verstand und Koran eigentlich vorsähen. Er grinst sogar ein bißchen, als wär ihm das Argument peinlich. Eine Fatwa hab ich mir jedenfalls anders vorgestellt. Mit mehr Pauken und Trompeten. Egal.

Solange sie die Ente in Ruhe lassen.