Archiv der Kategorie 'Schöne Einzelleistung'

Kotti-Choreografie zum Arbeiterkampftag

Von kindFILM.

Stuttgart wehrt sich (2)

Danke an jayjay, der den gif hieraus gebaut hat!

Wie können wir uns vom Mainstream abkoppeln

…das ist die Frage, die es zu diskutieren lohnt‘, meinte Inge Kloepfer, Wirtschaftsredakteurin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, auf einer Podiumsdiskussion in der Berliner Landesvertretung von Rheinland Pfalz über ‚Risiken und Nebenwirkungen des Wirtschaftsjournalismus in Deutschland‘. Auslöser ihrer bisweilen in Selbstkritik mündenen Selbstzweifel (‚Macht, Beschleunigung, steigende Renditen; das Geld kam aus der Steckdose oder dem Computer, in diesen Sog sind auch die Medien geraten‘) war eine von der IG-Metall-nahen Otto-Brenner-Stiftung finanzierte Studie mit dem Thema ‚Wirtschaftsjournalismus in der Krise – Zum massenmedialen Umgang mit Finanzmarktpolitik‘ (Kurzfassung und Download hier).

Deren Autoren hatten dem deutschen Wirtschaftsjournalismus am Beispiel der Berichterstattung von Frankfurter Allgemeiner Zeitung, Financial Times Deutschland, Handelsblatt, Süddeutscher Zeitung, Tageszeitung, Deutscher Presse Agentur, Tagesschau und Tagesthemen in den Jahren 1999 bis 2009 attestiert, dem globalen Finanzmarkt gegenüber gestanden zu haben ‚wie ein ergrauter Stadtarchivar dem ersten Computer mit einer Mischung aus Ignoranz und Bewunderung, ohne Wissen, wie er funktioniert‘. Während Kloepfer einräumte, dass es ihr und anderen bisweilen an der nötigen Distanz gefehlt habe (‚Journalisten und Banker sind von Frankfurt/Main zu IWF oder Weltbank nach Washington geflogen, habe gemeinsam Konferenzen besucht und abends an der Bar Bier zuammen getrunken‘), schob Andreas Werner von ‚ARD-Aktuell‘ alle Schuld auf das Brett, das jemand vor seinem Kopf angebracht hatte: ‚Wir können die Realität nur so abbilden, wie sie ist, und wenn es keine kritischen Wissenschaftler gibt, die sich äußern, dann können wir das auch nicht senden.‘

You‘re wasting your time

And you‘re embarrassing your country.

Maschinenstürmer im Porträt: kamerademontageOL

Nachdem in Oberösterreich erst vor ein paar Tagen ein Vorgartenpensionär mit der Spitzhacke in der Hand ein Google-Auto am Bildermachen hinderte, soll im niedersächsischen Oldenburg bald auch der Rest des Werkzeugkastens zum Einsatz kommen. Die Taz berichtet heute von Flugblättern, auf denen zur „Öffentlichen Demontage der Überwachungskameras“ aufgerufen wird, die in der Innenstadt aufgestellt werden sollen – „mittels Hammer, Flex und Kneifzange“.

Mit etwas Glück kommen die Demonteure sogar damit davon, bekennt doch der Leiter der zuständigen Polzeiinspektion Johann Kühme, „dass nicht ständig ein Beamter vor dem Monitor sitzen werde“. Falls da doch wer sitzt, haben die Maschinenstürmer immerhin das Gegenteil bewiesen.

Wer mehr über die weltpolitischen Hintergründe der Aktion wissen will („Mit der Entwicklung weg vom Wohlfahrtsstaat und dem erstarkenden Neoliberalismus“ usw.), konsultiere den Blog http://kamerademontageol.wordpress.com.

Maschinenstürmer im Porträt: Hermann Zach

In einer schönen Einzelleistung hat der 70-jähriger Rentner aus dem österreichischen Steyregg mit seinem Gartengerät einen 23-jährigen Studenten, der für Google-Street-View gerade ein paar Bilder aufnahm, kurzzeitig in die Flucht geschlagen und vor Schreck die Polizei rufen lassen (hier genauere Erörterungen zum Tathergang).

Dem ORF-Bericht zufolge wurden die Google-Autos auch in anderen europäischen Ländern desöfteren angegriffen, aus Furcht, die online gestellten Fotos könnten Einbrecher anziehen. Auch Herr Zach griff nicht aus prinzipiellen Gründen zur Spitzhacke. Vielmehr trieb ihn die Angst um, seine Ersparnisse und das Auto, das zum Zeitpunkt der Street-View-Aufnahme ungeschützt vor der Garage stand, würden „in zwei Stunden in der Tschechei“ landen (oberösterr. f. Polen).